Willem de Rooij

 

Willem de Rooijs (*1969 in Beverwijk) künstlerische Werke kreisen um Fragen nach Repräsentation und Bedeutung. Seit den frühen 1990er Jahren untersucht er in unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Sound, Film und Skulptur die Produktion, Kontextualisierung und Interpretation von Bildern. Angeeignete Materialien, wie etwa vorgefundene Bilder oder Objekte aus historischen und anthropologischen Sammlungen, aber auch Arbeiten anderer Künstler*innen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Häufignehmen seine konzeptuellen Werke die Form von Installationen an, welche die physischen und kontextuellen Eigenschaften des Raumes reflektieren, den sie besetzen.

 

kunstwerk

Vorhaben zum Gedenken an „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“, 2019

 

Willem de Rooijs Beitrag zur Ausstellung beschäftigt sich mit repräsentationspolitischen Fragen im Kontext von Gedenken. Sein Werk ist ein Vorschlag für zwei neue Gedenktafeln im Gedenkraum des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, den er in der Ausstellung in Form eines Labels abbildet. Ausgangspunkt war die Recherche zur Verfolgung homosexueller Menschen im Nationalsozialismus sowie die marginalisierte Erinnerung an diese in der Nachkriegszeit. Stellvertretend dafür steht die Geschichte des vom jugoslawischen Künstler Nandor Glid für Dachau entworfenen Mahnmals, das bei seiner Errichtung 1968 Dreiecke in den Farben Gelb, Rot, Blau, Braun sowie Violett als Symbole ehemaliger Häftlingsgruppen einbezog. 1995 erwirkte eine Münchner Initiative, dass ein pinkes Dreieck, die Farbe des Winkels, den Homosexuelle tragen mussten, im angrenzenden Gedenkraum des Museums in Dachau platziert wird. De Rooij regt nunmehr an, die zwei weiteren „vergessenen“ Opfergruppen ebenfalls zu repräsentieren und ein schwarzes und ein grünes Dreieck im selben Raum hinzuzufügen, mit denen jene Personen stigmatisiert wurden, die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt und gefangengenommen wurden. Unter diese Kategorien fielen äußerst heterogene Gruppen wie Prostituierte, Obdachlose, Kleinkriminelle, angeblich „Arbeitsscheue“ und sozial Unangepasste, aber auch schwere Straftäter. Die Unterschiedlichkeit dieser Menschen ist ein Grund dafür, dass ihr Verfolgungsschicksal bis heute nicht anerkannt wird. Willem de Rooijs Anregung ist ein Anfang, Gruppe zu repräsentieren, die aufgrund ihrer Diversität bisher keine Vertretung haben.

 

Willem de Rooij

 

Willem de Rooijs (*1969 in Beverwijk) künstlerische Werke kreisen um Fragen nach Repräsentation und Bedeutung. Seit den frühen 1990er Jahren untersucht er in unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Sound, Film und Skulptur die Produktion, Kontextualisierung und Interpretation von Bildern. Angeeignete Materialien, wie etwa vorgefundene Bilder oder Objekte aus historischen und anthropologischen Sammlungen, aber auch Arbeiten anderer Künstler*innen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Häufignehmen seine konzeptuellen Werke die Form von Installationen an, welche die physischen und kontextuellen Eigenschaften des Raumes reflektieren, den sie besetzen.

 

kunstwerk

Vorhaben zum Gedenken an „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“, 2019

 

Willem de Rooijs Beitrag zur Ausstellung beschäftigt sich mit repräsentationspolitischen Fragen im Kontext von Gedenken. Sein Werk ist ein Vorschlag für zwei neue Gedenktafeln im Gedenkraum des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, den er in der Ausstellung in Form eines Labels abbildet. Ausgangspunkt war die Recherche zur Verfolgung homosexueller Menschen im Nationalsozialismus sowie die marginalisierte Erinnerung an diese in der Nachkriegszeit. Stellvertretend dafür steht die Geschichte des vom jugoslawischen Künstler Nandor Glid für Dachau entworfenen Mahnmals, das bei seiner Errichtung 1968 Dreiecke in den Farben Gelb, Rot, Blau, Braun sowie Violett als Symbole ehemaliger Häftlingsgruppen einbezog. 1995 erwirkte eine Münchner Initiative, dass ein pinkes Dreieck, die Farbe des Winkels, den Homosexuelle tragen mussten, im angrenzenden Gedenkraum des Museums in Dachau platziert wird. De Rooij regt nunmehr an, die zwei weiteren „vergessenen“ Opfergruppen ebenfalls zu repräsentieren und ein schwarzes und ein grünes Dreieck im selben Raum hinzuzufügen, mit denen jene Personen stigmatisiert wurden, die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt und gefangengenommen wurden. Unter diese Kategorien fielen äußerst heterogene Gruppen wie Prostituierte, Obdachlose, Kleinkriminelle, angeblich „Arbeitsscheue“ und sozial Unangepasste, aber auch schwere Straftäter. Die Unterschiedlichkeit dieser Menschen ist ein Grund dafür, dass ihr Verfolgungsschicksal bis heute nicht anerkannt wird. Willem de Rooijs Anregung ist ein Anfang, Gruppe zu repräsentieren, die aufgrund ihrer Diversität bisher keine Vertretung haben.