Želimir Žilnik

 

Seit den 1960er Jahren erfasst Želimir Žilnik (*1942 in Niš) in seinen Kurz-, Dokumentar-, Spiel-, und Essayfilmen entscheidende Umbrüche seines Heimatlandes Jugoslawien (heute Serbien) und darüber hinaus. Vom sozialistischen Staat unter Tito über die Bundesrepublik der 1970er Jahre bis hin zu den Balkankriegen der 1990er reflektiert sein mittlerweile über fünfzig Filme umfassendes Oeuvre die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen verschiedener Gesellschaften. Kritisch und stets radikal unabhängig offenbart er die Mechanismen von Ausgrenzung und Unterdrückung. Ein besonderer Fokus seiner Filme liegt dabei auf Fragen der Migration.

 

kunstwerk

Inventur – Metzstraße 11, 1975

Video, 9 min

 

Mit seinem Kurzfilm Inventur – Metzstraße 11 schafft Želimir Žilnik das eindrückliche Porträt einer internationalen, multikulturellen Hausgemeinschaft im München des Jahres 1975. Nacheinander treten dreißig Bewohner eines Mietshauses im Treppenhaus vor die Kamera und berichten aus ihrem Leben. Viele von ihnen sind als sogenannte Gastarbeiter*innen in die Bundesrepublik gekommen. Zu ihren Heimatländern gehören Italien, Griechenland, die Türkei und andere Staaten, mit denen Deutschland seit 1955 Anwerbeabkommen abgeschlossen hatte. In ironischer Anspielung auf die statistischen Bestandsaufnahmen der Behörden dokumentiert Žilniks Kamera Namen, Nationalitäten sowie Arbeits- und Wohnverhältnisse der Personen. Diese ziehen jedoch selbst Bilanz und bestimmen sowohl Länge, Inhalt als auch die Sprache ihres Auftritts. So erfahren wir, weit über eine verwaltungsmäßige Erfassung hinausgehend, auch von ihren Ängsten, Hoffnungen und Gefühlen des Fremdseins, die sie in ihrem Alltag als Migrant*innen in Deutschland begleiten.

 

Želimir Žilnik

 

Seit den 1960er Jahren erfasst Želimir Žilnik (*1942 in Niš) in seinen Kurz-, Dokumentar-, Spiel-, und Essayfilmen entscheidende Umbrüche seines Heimatlandes Jugoslawien (heute Serbien) und darüber hinaus. Vom sozialistischen Staat unter Tito über die Bundesrepublik der 1970er Jahre bis hin zu den Balkankriegen der 1990er reflektiert sein mittlerweile über fünfzig Filme umfassendes Oeuvre die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen verschiedener Gesellschaften. Kritisch und stets radikal unabhängig offenbart er die Mechanismen von Ausgrenzung und Unterdrückung. Ein besonderer Fokus seiner Filme liegt dabei auf Fragen der Migration.

 

kunstwerk

Inventur – Metzstraße 11, 1975

Video, 9 min

 

Mit seinem Kurzfilm Inventur – Metzstraße 11 schafft Želimir Žilnik das eindrückliche Porträt einer internationalen, multikulturellen Hausgemeinschaft im München des Jahres 1975. Nacheinander treten dreißig Bewohner eines Mietshauses im Treppenhaus vor die Kamera und berichten aus ihrem Leben. Viele von ihnen sind als sogenannte Gastarbeiter*innen in die Bundesrepublik gekommen. Zu ihren Heimatländern gehören Italien, Griechenland, die Türkei und andere Staaten, mit denen Deutschland seit 1955 Anwerbeabkommen abgeschlossen hatte. In ironischer Anspielung auf die statistischen Bestandsaufnahmen der Behörden dokumentiert Žilniks Kamera Namen, Nationalitäten sowie Arbeits- und Wohnverhältnisse der Personen. Diese ziehen jedoch selbst Bilanz und bestimmen sowohl Länge, Inhalt als auch die Sprache ihres Auftritts. So erfahren wir, weit über eine verwaltungsmäßige Erfassung hinausgehend, auch von ihren Ängsten, Hoffnungen und Gefühlen des Fremdseins, die sie in ihrem Alltag als Migrant*innen in Deutschland begleiten.