Hito Steyerl

 

Hito Steyerl (*1966 in München) arbeitet an den Schnittstellen von bildender Kunst und Film sowie von Theorie und Praxis. Seit den späten 1980er Jahren untersucht sie in essayistischen Dokumentarfilmen, Installationen und Texten das Spannungsfeld von Macht, Gewalt und Kapital. Globale Finanzflüsse, neoliberale Arbeitsverhältnisse sowie Verstrickungen von Privatwirtschaft und Politik sind ebenso Gegenstand ihrer Untersuchungen wie die Macht von Bildern als Träger von Informationen und deren Wirkungskraft durch mediale Verbreitung.

 

kunstwerk

Die leere Mitte, 1998

Video, 62 min

 

Normalität 1-X, 1999–2001

Video, 37:11 min

 

In ihren Filmen Die leere Mitte sowie Normalität 1-X widmet sich Hito Steyerl den Nachwirkungen von unterdrückenden Systemen. Insbesondere das wiedervereinigte Deutschland und die Problematik des Nationalismus stehen dabei im Fokus. In Die leere Mitte beobachtet Steyerl die über einen Zeitraum von acht Jahren vollzogenen architektonischen und sozio-politischen Veränderungen am Potsdamer Platz in Berlin. Was zur Zeit des Kalten Krieges ein leeres Feld war, wandelte sich in den Jahren nach 1990 sukzessive zu einem repräsentativen Standort internationaler Konzerne. Mittels einer filmischen Montage aus Interviews und Archivmaterial macht Steyerl urbane Umbrüche sichtbar, an denen mit der Globalisierung verknüpfte Umstrukturierungen, aber auch das Fortbestehen sozialer und politischer Grenzen abzulesen sind. Ihr Film offenbart, dass es immer auch der Ausgrenzung, insbesondere von Migrant*innen und Minderheiten, bedarf, um ein Zentrum politischer und ökonomischer Macht zu konstruieren. Steyerls zehnteiliger Essayfilm Normalität 1-X befasst sich mit der Normalisierung rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland und Österreich um die Jahrtausendwende. Die Arbeit besteht aus zehn kurzen Episoden über antisemitisch und rassistisch motivierte Gewalttaten, die nach 1989 in beiden Ländern verübt wurden. Sie verdeutlichen, wie sich das Erbe des Nationalsozialismus in allgegenwärtiger symbolischer und körperlicher Gewalt fortsetzt, sich der Wahrnehmung von Politik und Öffentlichkeit jedoch weitestgehend entzieht. Die Gewalt wird als Normalität empfunden.

 

 

Hito Steyerl

 

Hito Steyerl (*1966 in München) arbeitet an den Schnittstellen von bildender Kunst und Film sowie von Theorie und Praxis. Seit den späten 1980er Jahren untersucht sie in essayistischen Dokumentarfilmen, Installationen und Texten das Spannungsfeld von Macht, Gewalt und Kapital. Globale Finanzflüsse, neoliberale Arbeitsverhältnisse sowie Verstrickungen von Privatwirtschaft und Politik sind ebenso Gegenstand ihrer Untersuchungen wie die Macht von Bildern als Träger von Informationen und deren Wirkungskraft durch mediale Verbreitung.

 

kunstwerk

Die leere Mitte, 1998

Video, 62 min

 

Normalität 1-X, 1999–2001

Video, 37:11 min

 

In ihren Filmen Die leere Mitte sowie Normalität 1-X widmet sich Hito Steyerl den Nachwirkungen von unterdrückenden Systemen. Insbesondere das wiedervereinigte Deutschland und die Problematik des Nationalismus stehen dabei im Fokus. In Die leere Mitte beobachtet Steyerl die über einen Zeitraum von acht Jahren vollzogenen architektonischen und sozio-politischen Veränderungen am Potsdamer Platz in Berlin. Was zur Zeit des Kalten Krieges ein leeres Feld war, wandelte sich in den Jahren nach 1990 sukzessive zu einem repräsentativen Standort internationaler Konzerne. Mittels einer filmischen Montage aus Interviews und Archivmaterial macht Steyerl urbane Umbrüche sichtbar, an denen mit der Globalisierung verknüpfte Umstrukturierungen, aber auch das Fortbestehen sozialer und politischer Grenzen abzulesen sind. Ihr Film offenbart, dass es immer auch der Ausgrenzung, insbesondere von Migrant*innen und Minderheiten, bedarf, um ein Zentrum politischer und ökonomischer Macht zu konstruieren. Steyerls zehnteiliger Essayfilm Normalität 1-X befasst sich mit der Normalisierung rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland und Österreich um die Jahrtausendwende. Die Arbeit besteht aus zehn kurzen Episoden über antisemitisch und rassistisch motivierte Gewalttaten, die nach 1989 in beiden Ländern verübt wurden. Sie verdeutlichen, wie sich das Erbe des Nationalsozialismus in allgegenwärtiger symbolischer und körperlicher Gewalt fortsetzt, sich der Wahrnehmung von Politik und Öffentlichkeit jedoch weitestgehend entzieht. Die Gewalt wird als Normalität empfunden.