Cemile Sahin

 

Das Zusammenwirken von Wort und Bild steht im Zentrum der künstlerischen Praxis von Cemile Sahin (*1990 in Wiesbaden). Ausgangspunkt ihrer Filme, Fotografien, Skulpturen, Sound- und Textarbeiten bilden häufig Erzählungen und vorgefundene Bilder, die sie in ihren Werken neu inszeniert. Fragen nach der Instrumentalisierung von Medien sowie nach der Bedeutung verschiedener Perspektiven für die Geschichtsschreibung sind dabei grundlegend. Sahin ist als Autorin für verschiedene Zeitungen und Magazine tätig. 2019 erschien ihr Debütroman „TAXI“ im Korbinian Verlag, Berlin.

 

kunstwerk

„ich glaube reporterin cemile sahin war lange nicht mehr in der türkei“, 2017

Video, 6:24 min

 

Cemile Sahins Video ist in Folge eines Artikels entstanden, den die Künstlerin für ZEIT Online verfasst hat. Darin setzt sie sich mit der Erfahrung von Kurd*innen auseinander, deren Geschichte und Sprache bis heute immer wieder bewusst verdrängt werden. Sahins Eltern flüchteten wie viele Kurd*innen Anfang der 1990er Jahre vor den andauernden staatlichen Repressionen aus dem Osten der Türkei nach Europa. Doch auch außerhalb der Türkei wird Kurdisch vielfach unterdrückt. Im europäischen Exil wird Türkisch gewissermaßen zur Ersatzsprache, wodurch die Identität als Kurde*in erneut verdrängt wird. Der Geschichte der eigenen Herkunft steht die Sprachlosigkeit gegenüber, und oftmals fehlen zudem Bilder und Dokumente, die diese Geschichte bezeugen könnten. Als Sahin ihren Artikel veröffentlichte, erhielt sie zahlreiche Kommentare, die ihr das eigene Empfinden in Bezug auf ihre Identitätsgeschichte absprechen wollten. Im Video liest die Künstlerin ihren Text vor und scrollt dabei durch die, zumeist negativen, Kommentare und Links, die ihr zugesandt wurden. Ihre Arbeit wirft die provokante Frage auf, ob Geschichtsschreibung heute auch in den Kommentarforen von Onlinemedien stattfindet.

 

Cemile Sahin

 

Das Zusammenwirken von Wort und Bild steht im Zentrum der künstlerischen Praxis von Cemile Sahin (*1990 in Wiesbaden). Ausgangspunkt ihrer Filme, Fotografien, Skulpturen, Sound- und Textarbeiten bilden häufig Erzählungen und vorgefundene Bilder, die sie in ihren Werken neu inszeniert. Fragen nach der Instrumentalisierung von Medien sowie nach der Bedeutung verschiedener Perspektiven für die Geschichtsschreibung sind dabei grundlegend. Sahin ist als Autorin für verschiedene Zeitungen und Magazine tätig. 2019 erschien ihr Debütroman „TAXI“ im Korbinian Verlag, Berlin.

 

kunstwerk

„ich glaube reporterin cemile sahin war lange nicht mehr in der türkei“, 2017

Video, 6:24 min

 

Cemile Sahins Video ist in Folge eines Artikels entstanden, den die Künstlerin für ZEIT Online verfasst hat. Darin setzt sie sich mit der Erfahrung von Kurd*innen auseinander, deren Geschichte und Sprache bis heute immer wieder bewusst verdrängt werden. Sahins Eltern flüchteten wie viele Kurd*innen Anfang der 1990er Jahre vor den andauernden staatlichen Repressionen aus dem Osten der Türkei nach Europa. Doch auch außerhalb der Türkei wird Kurdisch vielfach unterdrückt. Im europäischen Exil wird Türkisch gewissermaßen zur Ersatzsprache, wodurch die Identität als Kurde*in erneut verdrängt wird. Der Geschichte der eigenen Herkunft steht die Sprachlosigkeit gegenüber, und oftmals fehlen zudem Bilder und Dokumente, die diese Geschichte bezeugen könnten. Als Sahin ihren Artikel veröffentlichte, erhielt sie zahlreiche Kommentare, die ihr das eigene Empfinden in Bezug auf ihre Identitätsgeschichte absprechen wollten. Im Video liest die Künstlerin ihren Text vor und scrollt dabei durch die, zumeist negativen, Kommentare und Links, die ihr zugesandt wurden. Ihre Arbeit wirft die provokante Frage auf, ob Geschichtsschreibung heute auch in den Kommentarforen von Onlinemedien stattfindet.