Joanna Piotrowska

 

In fotografischen Studien und filmischen Arbeiten erkundet Joanna Piotrowska (*1985 in Warschau) symbolische und unsichtbare Machtstrukturen. Ihre Werke stellen heraus, wie übergeordnete Systeme und Dynamiken, sei es innerhalb der Familie, Ökonomie oder Kultur, sich auf das private und emotionale Leben des einzelnen Menschen auswirken. Im Fokus stehen dabei insbesondere häusliche oder künstliche Umgebungen sowie der menschliche Körper, durch deren Inszenierung Piotrowska soziale und psychologische Spannungen in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben sichtbar macht.

 

kunstwerk

Enclosure XLI, 2019
Enclosure XLII, 2019

Silbergelatine Handabzüge, je 130 x 160 cm

 

Zwei großformatige Fotografien zeigen Gehege des Münchner Tierparks Hellabrunn. Es sind keine Tiere zu sehen, doch ihre Anwesenheit wird suggeriert: hier die Andeutung der Glasscheibe, durch die hindurch Besucher*innen auf die Zootiere blicken, dort ein zurückgelassenes Spielzeug, das auch zu einem Menschen gehören könnte. Die Behausungen sind von Menschen gemachte, nicht von Tieren selbst gewählte. Piotrowskas Bilder muten wie Zeugnisse einer vergangenen Zeit an. „Enclosure XLII“ zeigt das Gehege eines Eisbären, heute eine der am stärksten gefährdeten Tierarten weltweit. In den Fotografien drückt sich eine Vergänglichkeit aus, die an unsere Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen appelliert. Sie sprechen auch eine soziale Identität des Menschen an, die in der Geschichte immer wieder tief erschüttert wurde. Gesteuert von einer rassistischen Ideologie, suchten die Nationalsozialisten gewaltvoll die Grenze zwischen denen, die zur Gattung Mensch gehören sollten, und jenen, die davon auszuschließen waren, neu zu ziehen. Piotrowskas leerstehende Gehege erinnern so auch daran, dass jedem Zusammenleben Ordnungssysteme zugrunde liegen, die bestimmten Ideologien folgen.

 

 

Joanna Piotrowska

 

In fotografischen Studien und filmischen Arbeiten erkundet Joanna Piotrowska (*1985 in Warschau) symbolische und unsichtbare Machtstrukturen. Ihre Werke stellen heraus, wie übergeordnete Systeme und Dynamiken, sei es innerhalb der Familie, Ökonomie oder Kultur, sich auf das private und emotionale Leben des einzelnen Menschen auswirken. Im Fokus stehen dabei insbesondere häusliche oder künstliche Umgebungen sowie der menschliche Körper, durch deren Inszenierung Piotrowska soziale und psychologische Spannungen in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben sichtbar macht.

 

kunstwerk

Enclosure XLI, 2019
Enclosure XLII, 2019

Silbergelatine Handabzüge, je 130 x 160 cm

 

Zwei großformatige Fotografien zeigen Gehege des Münchner Tierparks Hellabrunn. Es sind keine Tiere zu sehen, doch ihre Anwesenheit wird suggeriert: hier die Andeutung der Glasscheibe, durch die hindurch Besucher*innen auf die Zootiere blicken, dort ein zurückgelassenes Spielzeug, das auch zu einem Menschen gehören könnte. Die Behausungen sind von Menschen gemachte, nicht von Tieren selbst gewählte. Piotrowskas Bilder muten wie Zeugnisse einer vergangenen Zeit an. „Enclosure XLII“ zeigt das Gehege eines Eisbären, heute eine der am stärksten gefährdeten Tierarten weltweit. In den Fotografien drückt sich eine Vergänglichkeit aus, die an unsere Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen appelliert. Sie sprechen auch eine soziale Identität des Menschen an, die in der Geschichte immer wieder tief erschüttert wurde. Gesteuert von einer rassistischen Ideologie, suchten die Nationalsozialisten gewaltvoll die Grenze zwischen denen, die zur Gattung Mensch gehören sollten, und jenen, die davon auszuschließen waren, neu zu ziehen. Piotrowskas leerstehende Gehege erinnern so auch daran, dass jedem Zusammenleben Ordnungssysteme zugrunde liegen, die bestimmten Ideologien folgen.