Kent Monkman
 

Kent Monkman (*1965 in St. Mary, Ontario) ist ein Künstler, der vom Volk der Cree abstammt. Seine Arbeiten verbinden tradierte Bildmotive mit den Erzählungen und Perspektiven indigener Völker. Themen wie Kolonialisierung, Sexualität sowie historische und zeitgenössische indigene Erfahrungen stehen dabei im Zentrum. In großformatigen Malereien, Filmen und Performances macht Monkman gewaltvolle Episoden aus der Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner sichtbar. Mit subversivem Humor unterwandert er Kanadas über Jahrhunderte gepflegte Mythen Kanadas.

Foto: (c) Aaron Wynia

kunstwerk

The Deluge, 2019

Acryl auf Leinwand, 304 x 259 cm

 

In seinem Gemälde The Deluge verbindet Kent Monkman das biblische Sujet der Sintflut mit der nordamerikanischen Kolonialgeschichte. Im Rückgriff auf die Tradition der westlichen Historien- und Kirchenmalerei schafft er eine bewegte Komposition, die die gewaltsame Vertreibung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas durch europäische Siedler thematisiert. Die Heldin seines Bildes ist „Miss Chief Eagle Testickle“, Monkmans Alter Ego, die sich mit zwei indigenen Kindern eine Felsklippe hochzieht, um sie vor der sinnbildlichen Siedlerflut zu retten und in die sicheren Hände ihrer Ahnen zu übergeben. Der Künstler versteht „Miss Chief“ als sogenannten „Zweigeist“, eine Person, die in einigen indigenen Kulturen traditionell als Besitzerin „zweier Seelen“ und Angehörige eines „dritten Geschlechts“ bewundert wird. Sie ist eine starke Figur, die, eingebettet in das westlich geprägte Bildmotiv, mit stereotypen Darstellungsweisen bricht und die ihnen zugrundeliegenden kolonialen Machtverhältnisse ins Gegenteil verkehrt. Sie repräsentiert die Widerstandsfähigkeit der indigenen Völker und ihre ungebrochene Verbundenheit mit ihrem Land und ihrer Kultur.

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Kent Monkman
 

Kent Monkman (*1965 in St. Mary, Ontario) ist ein Künstler, der vom Volk der Cree abstammt. Seine Arbeiten verbinden tradierte Bildmotive mit den Erzählungen und Perspektiven indigener Völker. Themen wie Kolonialisierung, Sexualität sowie historische und zeitgenössische indigene Erfahrungen stehen dabei im Zentrum. In großformatigen Malereien, Filmen und Performances macht Monkman gewaltvolle Episoden aus der Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner sichtbar. Mit subversivem Humor unterwandert er Kanadas über Jahrhunderte gepflegte Mythen Kanadas.

Foto: (c) Aaron Wynia

kunstwerk

The Deluge, 2019

Acryl auf Leinwand, 304 x 259 cm

 

In seinem Gemälde The Deluge verbindet Kent Monkman das biblische Sujet der Sintflut mit der nordamerikanischen Kolonialgeschichte. Im Rückgriff auf die Tradition der westlichen Historien- und Kirchenmalerei schafft er eine bewegte Komposition, die die gewaltsame Vertreibung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas durch europäische Siedler thematisiert. Die Heldin seines Bildes ist „Miss Chief Eagle Testickle“, Monkmans Alter Ego, die sich mit zwei indigenen Kindern eine Felsklippe hochzieht, um sie vor der sinnbildlichen Siedlerflut zu retten und in die sicheren Hände ihrer Ahnen zu übergeben. Der Künstler versteht „Miss Chief“ als sogenannten „Zweigeist“, eine Person, die in einigen indigenen Kulturen traditionell als Besitzerin „zweier Seelen“ und Angehörige eines „dritten Geschlechts“ bewundert wird. Sie ist eine starke Figur, die, eingebettet in das westlich geprägte Bildmotiv, mit stereotypen Darstellungsweisen bricht und die ihnen zugrundeliegenden kolonialen Machtverhältnisse ins Gegenteil verkehrt. Sie repräsentiert die Widerstandsfähigkeit der indigenen Völker und ihre ungebrochene Verbundenheit mit ihrem Land und ihrer Kultur.

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