Else Lasker-Schüler

 

Else Lasker-Schüler (*1869 in Wuppertal-Elberfeld) war Lyrikerin und Schriftstellerin, die auch als Zeichnerin in Erscheinung trat. 1906 wurde ihr erstes Prosawerk veröffentlicht, gefolgt von Schauspielen und Gedichtbänden. Nachdem 1912 ihre zweite Ehe geschieden wurde, erhielt Lasker-Schüler Unterstützung durch Freunde, insbesondere durch Karl Kraus. Sie stand in literarischem Austausch mit Franz Marc und hatte ab 1912 eine enge Beziehung zu Gottfried Benn. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 geriet sie als Jüdin in Lebensgefahr und emigrierte zunächst in die Schweiz, später nach Palästina. Ab 1939 lebte sie in Jerusalem, wo sie 1945 starb.

 

Foto: Else Lasker-Schüler, ca. 1931 | Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo

kunstwerk

Brief an Karl Wolfskehl,
23. Oktober 1916

Tusche auf Papier, 22,5 x 28,3 cm

 

Else Lasker-Schüler gilt als eine der renommiertesten deutschen Expressionistinnen. Ihr literarisches Werk umfasst Gedichte, Prosa sowie Theaterstücke. Zu Lebzeiten wurde ihre Lyrik in verschiedenen avantgardistischen Zeitschriften wie „Der Sturm“, dessen Herausgeber Lasker-Schülers zweiter Ehemann Herwarth Walden war, in Karl Kraus’ „Fackel“ und in Gedichtbänden wie „Mein blaues Klavier“ (1943) publiziert. Ihre Schriften sind stark autobiografisch geprägt und entfalten große poetische Kraft. Einen breiten Raum nehmen Liebeslyrik und religiöse Themen ein. Vielfach verwendete sie biblische und allgemein orientalische Motive, die sie frei zusammensetzte und dabei auch sprachliche Neuschöpfungen schuf.

 

In der Ausstellung ist ein zeichnerischer Brief zu sehen, der von ihrem künstlerischen Austausch mit dem Schriftsteller Karl Wolfskehl zeugt. Darüber hinaus war sie über Briefe auch eng mit dem Maler Franz Marc verbunden. Mit ihm schrieb Lasker-Schüler als „Prinz Jussuf von Theben“, ihrem Alter Ego, und Marc antwortete als der „Blaue Reiter“. In ihrem Briefwechsel entfaltete sich eine poetische Phantasiewelt. Auf Blei- und Farbstiftblättern, die sie zum Teil mit Goldpapier collagierte, entstanden Ansichten eines Sehnsuchtsortes, mit dem Lasker-Schüler auch Jerusalem assoziierte. Im Ineinander und Nebeneinander von Bild und Schrift entwirft Lasker-Schüler ein feinfühliges Bild ihres innerlichen Erlebens.

 

 

Else Lasker-Schüler

 

Else Lasker-Schüler (*1869 in Wuppertal-Elberfeld) war Lyrikerin und Schriftstellerin, die auch als Zeichnerin in Erscheinung trat. 1906 wurde ihr erstes Prosawerk veröffentlicht, gefolgt von Schauspielen und Gedichtbänden. Nachdem 1912 ihre zweite Ehe geschieden wurde, erhielt Lasker-Schüler Unterstützung durch Freunde, insbesondere durch Karl Kraus. Sie stand in literarischem Austausch mit Franz Marc und hatte ab 1912 eine enge Beziehung zu Gottfried Benn. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 geriet sie als Jüdin in Lebensgefahr und emigrierte zunächst in die Schweiz, später nach Palästina. Ab 1939 lebte sie in Jerusalem, wo sie 1945 starb.

 

Foto: Else Lasker-Schüler, ca. 1931 | Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo

kunstwerk

Brief an Karl Wolfskehl,
23. Oktober 1916

Tusche auf Papier, 22,5 x 28,3 cm

 

Else Lasker-Schüler gilt als eine der renommiertesten deutschen Expressionistinnen. Ihr literarisches Werk umfasst Gedichte, Prosa sowie Theaterstücke. Zu Lebzeiten wurde ihre Lyrik in verschiedenen avantgardistischen Zeitschriften wie „Der Sturm“, dessen Herausgeber Lasker-Schülers zweiter Ehemann Herwarth Walden war, in Karl Kraus’ „Fackel“ und in Gedichtbänden wie „Mein blaues Klavier“ (1943) publiziert. Ihre Schriften sind stark autobiografisch geprägt und entfalten große poetische Kraft. Einen breiten Raum nehmen Liebeslyrik und religiöse Themen ein. Vielfach verwendete sie biblische und allgemein orientalische Motive, die sie frei zusammensetzte und dabei auch sprachliche Neuschöpfungen schuf.

 

In der Ausstellung ist ein zeichnerischer Brief zu sehen, der von ihrem künstlerischen Austausch mit dem Schriftsteller Karl Wolfskehl zeugt. Darüber hinaus war sie über Briefe auch eng mit dem Maler Franz Marc verbunden. Mit ihm schrieb Lasker-Schüler als „Prinz Jussuf von Theben“, ihrem Alter Ego, und Marc antwortete als der „Blaue Reiter“. In ihrem Briefwechsel entfaltete sich eine poetische Phantasiewelt. Auf Blei- und Farbstiftblättern, die sie zum Teil mit Goldpapier collagierte, entstanden Ansichten eines Sehnsuchtsortes, mit dem Lasker-Schüler auch Jerusalem assoziierte. Im Ineinander und Nebeneinander von Bild und Schrift entwirft Lasker-Schüler ein feinfühliges Bild ihres innerlichen Erlebens.