Baseera Khan

 

Baseera Khan (*1980 in Denton, Texas) befasst sich in ihrem Werk mit den sozialen und politischen Bedingungen, die unsere Selbstwahrnehmung prägen. Ausgehend von ihren Erfahrungen alsamerikanische Muslima widmen sich ihre Arbeiten vor allem Fragen von kultureller Verdrängung, Integration und Entfremdung. Unter Bezugnahme auf kapitalistische Verhältnisse, insbesondere amerikanische Pop- und Konsumkultur, und mit Blick auf postkoloniale Strukturen entwickelt Khan Arbeiten, die Ideologien unserer Gegenwart kritisch befragen.

 

kunstwerk

Nike ID #1, 2018

Individualisierte Nike Air Force One Mid-Tops, Acrylglas-Boxen, Bücher, unterschiedliche Maße

 

 

Purple Heart, 2017
I AM A BODY, 2018
iamuslima, 2018

Handgewebte Wollteppiche, je 121,92 x 76,20 cm

 

 

Baseera Khans fortlaufendes Projekt iamuslima ist nach der gleichnamigen Aufschrift benannt, welche die Künstlerin durch das Sneaker-Anpassungsprogramm Nike ID (heute Nike By You) auf ein Paar Turnschuhe sticken ließ. Bis 2016 wurden die Begriffe „Muslim“ oder „Islam“ von der Online- Personalisierungsplattform des Sportartikelherstellers zensiert. Durch eine leicht veränderte Formulierung, die zugleich eine Feminisierung bedeutet, gelang es Khan, diese Restriktionen zu umgehen. Nachdem Nikes Zensurmaßnahmen öffentlich in die Kritik gerieten, musste das Unternehmen neben einem Boykott einen längeren Rechtsstreit durchlaufen, der vermutlich dazu führte, dass der Konzern seine Filter anpasste und 2017 sogar eine Sportkopftuch-Linie für muslimische Athletinnen lancierte. Während Nike sein Image somit medienwirksam korrigierte, verhängte die US-Regierung Einreiseverbote gegen Bürger*innen verschiedener muslimischer Länder. Khan nimmt diese Ambivalenzen und fehlende Sensibilität als ihren Ausgangspunkt. Ihre Arbeit zielt auf die Frage, auf welche Weise Richtlinien Menschen voneinander trennen und welche Konflikte sie für persönliche Identitäten und das eigene Sicherheitsgefühl bedeuten können. Auch die Entwürfe für ihre Psychedelic Prayer Rugs mit den Titeln Purple Heart, iamuslima und I AM A BODY basieren auf ihrer Auseinandersetzungdamit, wie sich kapitalistische Machtstrukturen in Mode, Kultur, Religion und individuelle Körper einschreiben. Die von der Künstlerin entworfenen und von Kashmiri- Weberinnen in Indien hergestellten Gebetsteppiche weisen Richtung Nordosten. Statt traditionellen Motiven setzt die Künstlerin eine persönliche Ikonografie ein, die sich auf historische und aktuelle Ereignisse bezieht und somit auf die Überlagerung weltlicher und religiöser Machtverhältnisse verweist.

 

Baseera Khan

 

Baseera Khan (*1980 in Denton, Texas) befasst sich in ihrem Werk mit den sozialen und politischen Bedingungen, die unsere Selbstwahrnehmung prägen. Ausgehend von ihren Erfahrungen alsamerikanische Muslima widmen sich ihre Arbeiten vor allem Fragen von kultureller Verdrängung, Integration und Entfremdung. Unter Bezugnahme auf kapitalistische Verhältnisse, insbesondere amerikanische Pop- und Konsumkultur, und mit Blick auf postkoloniale Strukturen entwickelt Khan Arbeiten, die Ideologien unserer Gegenwart kritisch befragen.

 

kunstwerk

Nike ID #1, 2018

Individualisierte Nike Air Force One Mid-Tops, Acrylglas-Boxen, Bücher, unterschiedliche Maße

 

 

Purple Heart, 2017
I AM A BODY, 2018
iamuslima, 2018

Handgewebte Wollteppiche, je 121,92 x 76,20 cm

 

 

Baseera Khans fortlaufendes Projekt iamuslima ist nach der gleichnamigen Aufschrift benannt, welche die Künstlerin durch das Sneaker-Anpassungsprogramm Nike ID (heute Nike By You) auf ein Paar Turnschuhe sticken ließ. Bis 2016 wurden die Begriffe „Muslim“ oder „Islam“ von der Online- Personalisierungsplattform des Sportartikelherstellers zensiert. Durch eine leicht veränderte Formulierung, die zugleich eine Feminisierung bedeutet, gelang es Khan, diese Restriktionen zu umgehen. Nachdem Nikes Zensurmaßnahmen öffentlich in die Kritik gerieten, musste das Unternehmen neben einem Boykott einen längeren Rechtsstreit durchlaufen, der vermutlich dazu führte, dass der Konzern seine Filter anpasste und 2017 sogar eine Sportkopftuch-Linie für muslimische Athletinnen lancierte. Während Nike sein Image somit medienwirksam korrigierte, verhängte die US-Regierung Einreiseverbote gegen Bürger*innen verschiedener muslimischer Länder. Khan nimmt diese Ambivalenzen und fehlende Sensibilität als ihren Ausgangspunkt. Ihre Arbeit zielt auf die Frage, auf welche Weise Richtlinien Menschen voneinander trennen und welche Konflikte sie für persönliche Identitäten und das eigene Sicherheitsgefühl bedeuten können. Auch die Entwürfe für ihre Psychedelic Prayer Rugs mit den Titeln Purple Heart, iamuslima und I AM A BODY basieren auf ihrer Auseinandersetzungdamit, wie sich kapitalistische Machtstrukturen in Mode, Kultur, Religion und individuelle Körper einschreiben. Die von der Künstlerin entworfenen und von Kashmiri- Weberinnen in Indien hergestellten Gebetsteppiche weisen Richtung Nordosten. Statt traditionellen Motiven setzt die Künstlerin eine persönliche Ikonografie ein, die sich auf historische und aktuelle Ereignisse bezieht und somit auf die Überlagerung weltlicher und religiöser Machtverhältnisse verweist.