Brian Jungen

 

Brian Jungen (*1970 in Fort St. John, Britisch-Kolumbien) erkundet in seinen Arbeiten das komplexe Verhältnis von indigener und globaler Kultur. Geboren als Kind eines schweizerisch- kanadischen Vaters und einer Mutter vom Volk der Dane-zaa First Nation, beschäftigt er sich mit Aspekten kulturell vielfältiger Identität, die er in Zeichnungen, Skulpturen und Installationen festhält. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind zumeist Produkte globaler Pop- und Konsumkultur, die er mit der Formensprache indigener Traditionen zusammenbringt. So entstehen Werke, die etablierte Vorstellungen von Eigenem und Fremdem, von Adaptiertem, Angeeignetem und Aufgezwungenem beständig in Frage stellen.

 

 

kunstwerk

Untitled, 1997

Tusche auf Papier,
35,7 x 27,1 cm

 

„Untitled“ ist eine frühe Zeichnung von Brian Jungen, in der dieser auf die vermeintlich eindeutige Unterscheidung in der Orientierung zweier Kulturen Bezug nimmt. Diekleine Tuschezeichnung auf einfachem Papier zeigt eine Darstellung zweier Wegweiser in rustikal-ländlichem Stil, die mit den Schriftzügen „First Nation“ und „Second Nature“ versehen sind. Die beiden Schilder zeigen in entgegengesetzte Richtungen, was als Anspielung auf die Problematik kultureller Grenzziehungen zwischen Kanadas Ureinwohner*innen (den First Nations) und der europäisch geprägten Bevölkerung gelesen werden kann. Ganz abgesehen vom erlittenen Genozid, wurden Angehörige der First Nations lange Zeit gesellschaftlich und politisch benachteiligt, ihre Traditionen und Sprachen durch Assimilierungsversuche des Staates verdrängt. Jungen greift dieses koloniale Erbe in seinen Arbeiten auf und stellt die kulturelle Entwurzelung in ein Spannungsverhältnis zu einer technisch erzeugten Zukunft.

 

Brian Jungen, Untitled, 1997 | Courtesy the Collection of the Morris and Helen Belkin Art Gallery, University of British Columbia, purchased with the support of the Canada Council for the Arts Acquisition Assistance program and the Morris and Helen Belkin

Brian Jungen

 

Brian Jungen (*1970 in Fort St. John, Britisch-Kolumbien) erkundet in seinen Arbeiten das komplexe Verhältnis von indigener und globaler Kultur. Geboren als Kind eines schweizerisch- kanadischen Vaters und einer Mutter vom Volk der Dane-zaa First Nation, beschäftigt er sich mit Aspekten kulturell vielfältiger Identität, die er in Zeichnungen, Skulpturen und Installationen festhält. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind zumeist Produkte globaler Pop- und Konsumkultur, die er mit der Formensprache indigener Traditionen zusammenbringt. So entstehen Werke, die etablierte Vorstellungen von Eigenem und Fremdem, von Adaptiertem, Angeeignetem und Aufgezwungenem beständig in Frage stellen.

 

 

kunstwerk

Untitled, 1997

Tusche auf Papier,
35,7 x 27,1 cm

 

„Untitled“ ist eine frühe Zeichnung von Brian Jungen, in der dieser auf die vermeintlich eindeutige Unterscheidung in der Orientierung zweier Kulturen Bezug nimmt. Diekleine Tuschezeichnung auf einfachem Papier zeigt eine Darstellung zweier Wegweiser in rustikal-ländlichem Stil, die mit den Schriftzügen „First Nation“ und „Second Nature“ versehen sind. Die beiden Schilder zeigen in entgegengesetzte Richtungen, was als Anspielung auf die Problematik kultureller Grenzziehungen zwischen Kanadas Ureinwohner*innen (den First Nations) und der europäisch geprägten Bevölkerung gelesen werden kann. Ganz abgesehen vom erlittenen Genozid, wurden Angehörige der First Nations lange Zeit gesellschaftlich und politisch benachteiligt, ihre Traditionen und Sprachen durch Assimilierungsversuche des Staates verdrängt. Jungen greift dieses koloniale Erbe in seinen Arbeiten auf und stellt die kulturelle Entwurzelung in ein Spannungsverhältnis zu einer technisch erzeugten Zukunft.

 

Brian Jungen, Untitled, 1997 | Courtesy the Collection of the Morris and Helen Belkin Art Gallery, University of British Columbia, purchased with the support of the Canada Council for the Arts Acquisition Assistance program and the Morris and Helen Belkin