Sebastian Jung


Sebastian Jung (*1987 in Jena) arbeitet mit Zeichnung, Malerei und Skulptur, entwirft Publikationen und initiiert als Künstler interdisziplinäre Projekte in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen aus Politik, Populärkultur, Literatur und Wissenschaft. Er engagiert sich für einen „Populismus gegen Hass“ und sucht der auf Emotionalisierung ausgerichteten Politik rechts- populistischer Bewegungen eine ästhetisch-vermittelte Verletzlichkeit gegenüberzustellen. Seine Arbeiten sind von einem radikal subjektiven Blick auf seine Umgebung geprägt, den er den vereinfachenden Bildern populistischer Parolen entgegenstellt.

 

kunstwerk

KZ-Gedenkstätte Dachau am 9. August 2019

Zeichnungen, 2019
Bleistift auf Papier, 190 x 140 cm

 

 

KZ-Gedenkstätte Buchenwald am 16. Oktober 2019

Zeichnungen, 2019
Bleistift auf Papier, 223 x 41 cm

 

 

Besorgte Bürger

Zeichnungen, 2018

Bleistift auf Papier, 100 x 140 cm

 

 

Rechtsextremer Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019

Zeichnungen nach dem Video des Täters, 2019
Bleistift auf Papier, 157 x 118 cm

 

 

Sebastian Jung beobachtete 2018 die Großdemonstrationen in Chemnitz, die er in der Arbeit „Besorgte Bürger“ in flüchtigen, schlichten Zeichnungen festhielt. Beinahe kindlich wirken seine hastig festgehaltenen Dokumentationen von jenen Bürger*innen, die, wie ironisch im Titel angesprochen, von „Besorgnis“ getrieben sind. Der minimalistische Zeichenstil gibt die Gemütszustände der Demonstrierenden zugespitzt wieder. Der Künstler interessiert sich für die emotionale Mobilisierung von Massen, getragen von einer politischen Rhetorik, die allzu simple Feindbilder schürt. Er porträtiert weniger die individuellen Personen, die er in verzerrter und überzogener Weise darstellt, sondern möchte deren Emotionen vermitteln, die ihm in der Situation begegnet sind. Aufgewachsen in Winzerla, jener zu Jena gehörenden Plattenbausiedlung, die als Radikalisierungsort der drei rechtsterroristischen NSU-Mitglieder bekannt wurde, begab sich Jung vor Ort auf Spurensuche und verfolgte zeichnerisch den Prozess gegen den NSU vor dem Oberlandesgericht München (OLG). Diese Beobachtungen hat er zu einem Reliefentwurf für die Außenfassade des Strafjustizzentrums an der Nymphenburger Straße weiterentwickelt, wo das Hauptverfahren stattgefunden hat. Eine Realisierung ist für 2020 geplant. Darüber hinaus besuchte Jung die KZ- Gedenkstätten Dachau und Buchenwald und fertigte neue Arbeiten an. Während er in Dachau festhielt, wie heutige Besucher*innen diesen Erinnerungsort erfahren und sich dort bewegen, interessierte er sich in Buchenwald für den Ort selbst und die Veränderungen seiner Gestalt. Ein weiterer neuer Zyklus reagiert auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019. Jung verarbeitete hier zeichnerisch das vom Täter ins Netz gestellte Video.

 

Sebastian Jung


Sebastian Jung (*1987 in Jena) arbeitet mit Zeichnung, Malerei und Skulptur, entwirft Publikationen und initiiert als Künstler interdisziplinäre Projekte in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen aus Politik, Populärkultur, Literatur und Wissenschaft. Er engagiert sich für einen „Populismus gegen Hass“ und sucht der auf Emotionalisierung ausgerichteten Politik rechts- populistischer Bewegungen eine ästhetisch-vermittelte Verletzlichkeit gegenüberzustellen. Seine Arbeiten sind von einem radikal subjektiven Blick auf seine Umgebung geprägt, den er den vereinfachenden Bildern populistischer Parolen entgegenstellt.

 

kunstwerk

KZ-Gedenkstätte Dachau am 9. August 2019

Zeichnungen, 2019
Bleistift auf Papier, 190 x 140 cm

 

 

KZ-Gedenkstätte Buchenwald am 16. Oktober 2019

Zeichnungen, 2019
Bleistift auf Papier, 223 x 41 cm

 

 

Besorgte Bürger

Zeichnungen, 2018

Bleistift auf Papier, 100 x 140 cm

 

 

Rechtsextremer Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019

Zeichnungen nach dem Video des Täters, 2019
Bleistift auf Papier, 157 x 118 cm

 

 

Sebastian Jung beobachtete 2018 die Großdemonstrationen in Chemnitz, die er in der Arbeit „Besorgte Bürger“ in flüchtigen, schlichten Zeichnungen festhielt. Beinahe kindlich wirken seine hastig festgehaltenen Dokumentationen von jenen Bürger*innen, die, wie ironisch im Titel angesprochen, von „Besorgnis“ getrieben sind. Der minimalistische Zeichenstil gibt die Gemütszustände der Demonstrierenden zugespitzt wieder. Der Künstler interessiert sich für die emotionale Mobilisierung von Massen, getragen von einer politischen Rhetorik, die allzu simple Feindbilder schürt. Er porträtiert weniger die individuellen Personen, die er in verzerrter und überzogener Weise darstellt, sondern möchte deren Emotionen vermitteln, die ihm in der Situation begegnet sind. Aufgewachsen in Winzerla, jener zu Jena gehörenden Plattenbausiedlung, die als Radikalisierungsort der drei rechtsterroristischen NSU-Mitglieder bekannt wurde, begab sich Jung vor Ort auf Spurensuche und verfolgte zeichnerisch den Prozess gegen den NSU vor dem Oberlandesgericht München (OLG). Diese Beobachtungen hat er zu einem Reliefentwurf für die Außenfassade des Strafjustizzentrums an der Nymphenburger Straße weiterentwickelt, wo das Hauptverfahren stattgefunden hat. Eine Realisierung ist für 2020 geplant. Darüber hinaus besuchte Jung die KZ- Gedenkstätten Dachau und Buchenwald und fertigte neue Arbeiten an. Während er in Dachau festhielt, wie heutige Besucher*innen diesen Erinnerungsort erfahren und sich dort bewegen, interessierte er sich in Buchenwald für den Ort selbst und die Veränderungen seiner Gestalt. Ein weiterer neuer Zyklus reagiert auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019. Jung verarbeitete hier zeichnerisch das vom Täter ins Netz gestellte Video.