Cana Bilir-Meier

 

Cana Bilir-Meier (*1986 in München) ist Filmemacherin und Künstlerin. Ihre Filme, Texte, Zeichnungen und Performances widmen sich aus einer oft persönlichen Perspektive den widerständigen und unsichtbaren Aspekten migrantischer Lebensrealitäten und Biografien. Durch verschiedene Perspektiven und die Verknüpfung von Dokumentar- und Archivmaterial entwickelt sie essayistische Reflexionen über Migration und Geschichte, Erinnerung und Archivierung.

 

kunstwerk

This Makes Me Want to Predict the Past, 2019

Super 8-Film, digitalisiert, 16 min

 

Das Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) war 2016 Tatort eines rassistischen Anschlags, bei dem neun Menschen ermordet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Jugendliche mit Migrationshintergrund – unter anderem mit kurdischen und türkischen Wurzeln sowie um Roma und Sinti – , was in der Berichterstattung häufig unerwähnt blieb. Zunächst als nicht politisch motiviert eingestuft, gilt der rassistische und rechtsextreme Hintergrund des Attentats seit Oktober 2019 als erwiesen.

 

Cana Bilir-Meiers Film zeigt die kurdischen und türkischen Mädchen Sosuna Yildiz, Aleyna Osmanoğlu und Berfin Ünsal, wie sie sich die Zeit im und rund um das OEZ vertreiben, Rolltreppen fahren oder Kleidung und Accessoires anprobieren. Dabei stellen sie Szenen aus dem Theaterstück „Düşler Ülkesi“ („Land der Träume“) nach, von denen historische Fotos im Video zu sehen sind. Das von Erman Okay geschriebene und unter Mitwirkung von Zühal Bilir-Meier, der Mutter der Künstlerin, realisierte Stück wurde 1982 am Münchner Theater der Jugend uraufgeführt und widmete sich dem Alltagsleben von sogenannten Gastarbeiter*innen. Als Projekt rassismuskritischer Theaterpädagogik sollte es migrantische Jugendliche bestärken und ein Format für Verständigung sein. Die das Video begleitende Audiospur greift User*innen-Kommentare zu einem Youtube-Video des Musikers Childish Gambino auf, in denen Fans eine Verszeile seines Songs „Redbone“, die auf Erfahrungen von Rassismus verweist, neu interpretieren.

 

 

Cana Bilir-Meier

 

Cana Bilir-Meier (*1986 in München) ist Filmemacherin und Künstlerin. Ihre Filme, Texte, Zeichnungen und Performances widmen sich aus einer oft persönlichen Perspektive den widerständigen und unsichtbaren Aspekten migrantischer Lebensrealitäten und Biografien. Durch verschiedene Perspektiven und die Verknüpfung von Dokumentar- und Archivmaterial entwickelt sie essayistische Reflexionen über Migration und Geschichte, Erinnerung und Archivierung.

 

kunstwerk

This Makes Me Want to Predict the Past, 2019

Super 8-Film, digitalisiert, 16 min

 

Das Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) war 2016 Tatort eines rassistischen Anschlags, bei dem neun Menschen ermordet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Jugendliche mit Migrationshintergrund – unter anderem mit kurdischen und türkischen Wurzeln sowie um Roma und Sinti – , was in der Berichterstattung häufig unerwähnt blieb. Zunächst als nicht politisch motiviert eingestuft, gilt der rassistische und rechtsextreme Hintergrund des Attentats seit Oktober 2019 als erwiesen.

 

Cana Bilir-Meiers Film zeigt die kurdischen und türkischen Mädchen Sosuna Yildiz, Aleyna Osmanoğlu und Berfin Ünsal, wie sie sich die Zeit im und rund um das OEZ vertreiben, Rolltreppen fahren oder Kleidung und Accessoires anprobieren. Dabei stellen sie Szenen aus dem Theaterstück „Düşler Ülkesi“ („Land der Träume“) nach, von denen historische Fotos im Video zu sehen sind. Das von Erman Okay geschriebene und unter Mitwirkung von Zühal Bilir-Meier, der Mutter der Künstlerin, realisierte Stück wurde 1982 am Münchner Theater der Jugend uraufgeführt und widmete sich dem Alltagsleben von sogenannten Gastarbeiter*innen. Als Projekt rassismuskritischer Theaterpädagogik sollte es migrantische Jugendliche bestärken und ein Format für Verständigung sein. Die das Video begleitende Audiospur greift User*innen-Kommentare zu einem Youtube-Video des Musikers Childish Gambino auf, in denen Fans eine Verszeile seines Songs „Redbone“, die auf Erfahrungen von Rassismus verweist, neu interpretieren.