Foto: (c) Michael Danner

Kader Attia

 

Als Sohn algerischer Eltern in einem Pariser Vorort geboren, bilden Kader Attias (*1970 in Dugny) Erfahrungen zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen den Ausgangspunkt seiner künstlerischen Praxis. Wiederkehrende Themen seiner Arbeit sind das Erbe des Kolonialismus und dessen Einfluss auf kulturelle Identitäten, kollektive Traumata in postkolonialen Gesellschaften sowie Wege der Heilung. Attia fasst den Begriff der „Reparatur“ als ein konstantes Wesensmerkmal der menschlichen Natur auf, als eine Möglichkeit der Wiederaneignung zerstörter oder vergessener Werte, sei es auf kultureller oder persönlicher, seelischer Ebene.

 

Foto: (c) Michael Danner

kunstwerk

The Body’s Legacies, Part 1: The Objects, 2018

Video, 58:20 min

 

„The Body’s Legacies“ ist eine filmische Reflexion über die historischen, psychologischen und politischen Auswirkungen des europäischen Kolonialismus. In seinem zweiteiligen Filmessay versammelt Kader Attia Interviews, in denen internationale Expert*innen unter anderem aus den Bereichen Geschichte, Ethnographie, Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte verschiedene Aspekte postkolonialen Lebens diskutieren.

 

Der erste Teil des Films, „The Objects“, verhandelt das Thema der kulturellen Aneignung unter den Bedingungen des Kolonialismus und die damit verbundenen Fragen bezüglich der Rückführung von Kulturgütern. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte zahlreicher Objekte, die den Menschen in den Kolonien von europäi- schen Besatzern und Missionaren entwendet und in deren Heimatländer überführt wurden. Von ihrer Funktion und ihrem sozialen Gebrauch getrennt, werden diese Objekte im Rahmen europäischer und nordamerikanischer Sammlungen noch heute aus einer rein westlichen Perspektive präsentiert, was innerhalb des Films komplexe Fragen zur Autorität und Legitimation der betreffenden Institutionen aufwirft.

The Body’s Legacies, Part 2: The Postcolonial Body, 2018

Video, 48 min

 

Teil zwei des Films, „The Postcolonial Body“, konzentriert sich auf die Unterdrückung „postkolonialer Körper“ im Kontext gegenwärtiger Fluchtbewegungen. Ausgangspunkt bildet der in Frankreich medial viel diskutierte Fall des schwarzen Franzosen Théo Luhaka, der im Februar 2017 in einem Pariser Vorort von Polizisten schwer verletzt wurde. Durch Interviews mit vier Protagonist*innen, die selbst Nachkommen von Kolonisierten oder Sklaven sind, geht Attia der Frage nach, wie die Geschichte kolonialer Gewalt und ein verinnerlichter Rassismus die Wahrnehmung des Körpers beeinflussen und konkrete Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Menschen im öffentlichen Raum agieren.

Kader Attia

 

Als Sohn algerischer Eltern in einem Pariser Vorort geboren, bilden Kader Attias (*1970 in Dugny) Erfahrungen zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen den Ausgangspunkt seiner künstlerischen Praxis. Wiederkehrende Themen seiner Arbeit sind das Erbe des Kolonialismus und dessen Einfluss auf kulturelle Identitäten, kollektive Traumata in postkolonialen Gesellschaften sowie Wege der Heilung. Attia fasst den Begriff der „Reparatur“ als ein konstantes Wesensmerkmal der menschlichen Natur auf, als eine Möglichkeit der Wiederaneignung zerstörter oder vergessener Werte, sei es auf kultureller oder persönlicher, seelischer Ebene.

 

Foto: (c) Michael Danner

kunstwerk

The Body’s Legacies, Part 1: The Objects, 2018

Video, 58:20 min

 

„The Body’s Legacies“ ist eine filmische Reflexion über die historischen, psychologischen und politischen Auswirkungen des europäischen Kolonialismus. In seinem zweiteiligen Filmessay versammelt Kader Attia Interviews, in denen internationale Expert*innen unter anderem aus den Bereichen Geschichte, Ethnographie, Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte verschiedene Aspekte postkolonialen Lebens diskutieren.

 

Der erste Teil des Films, „The Objects“, verhandelt das Thema der kulturellen Aneignung unter den Bedingungen des Kolonialismus und die damit verbundenen Fragen bezüglich der Rückführung von Kulturgütern. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte zahlreicher Objekte, die den Menschen in den Kolonien von europäi- schen Besatzern und Missionaren entwendet und in deren Heimatländer überführt wurden. Von ihrer Funktion und ihrem sozialen Gebrauch getrennt, werden diese Objekte im Rahmen europäischer und nordamerikanischer Sammlungen noch heute aus einer rein westlichen Perspektive präsentiert, was innerhalb des Films komplexe Fragen zur Autorität und Legitimation der betreffenden Institutionen aufwirft.

The Body’s Legacies, Part 2: The Postcolonial Body, 2018

Video, 48 min

 

Teil zwei des Films, „The Postcolonial Body“, konzentriert sich auf die Unterdrückung „postkolonialer Körper“ im Kontext gegenwärtiger Fluchtbewegungen. Ausgangspunkt bildet der in Frankreich medial viel diskutierte Fall des schwarzen Franzosen Théo Luhaka, der im Februar 2017 in einem Pariser Vorort von Polizisten schwer verletzt wurde. Durch Interviews mit vier Protagonist*innen, die selbst Nachkommen von Kolonisierten oder Sklaven sind, geht Attia der Frage nach, wie die Geschichte kolonialer Gewalt und ein verinnerlichter Rassismus die Wahrnehmung des Körpers beeinflussen und konkrete Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Menschen im öffentlichen Raum agieren.